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Die prothetische Suprastruktur

Eine Einzelkrone auf einem ImplantatAuf den Implantaten können nun verschiedene Konstruktionen angefertigt werden. Diese Konstruktionen werden unter dem Begriff Suprastruktur zusammengefaßt. Patienten, denen nur einige wenige Zähne fehlen und die mit Implantaten behandelt worden sind, werden mit einer festsitzenden Suprastruktur versorgt. Fehlte gar nur ein Zahn und ist dieser durch ein Implantat ersetzt worden, so wird darauf eine Einzelkrone befestigt werden.

Fehlen mehrere Zähne, so ist es notwendig, mehrere Implantate zu setzen. Es ist sogar möglich, bis zu 8 Implantate nebeneinander zu setzen und darauf eine feste Brücke zu befestigen. Diese Brücke kann entweder nur auf Implantaten abgestützt sein oder auf Implantaten und einem oder mehreren natürlichen Zähnen (Abb. 62). Diese Zähne müssen dann ebenfalls überkront werden.
Alle Konstruktionen haben eins gemeinsam: Sie werden in aller Regel festgeschraubt und nicht zementiert (geklebt). Dadurch können sie später immer wieder abgenommen werden, zum Beispiel, um eine Kontrolle der einzelnen Teile zu ermöglichen.

Weiterhin ist die Reparatur der Suprastruktur außerhalb des Mundes möglich, und es könnte sogar eine komplett neue Suprastruktur angefertigt werden, wenn dies einmal nötig werden sollte.

Teilprothese, unterstützt durch  ImplantateDas Einsetzen und Wiederentfernen nimmt der Zahnarzt vor. Der Patient selbst kann eine solche geschraubte Brücke nicht abnehmen (sie wird deshalb auch bedingt abnehmbar genannt), und er putzt die Implantate so, als seien es seine eigenen Zähne.

Unter partiellen Prothesen werden nur in Ausnahmefällen Implantate verwendet. Normalerweise reichen die eigenen Zähne zur Befestigung einer herausnehmbaren Prothese aus. Wenn aber nur noch wenige Zähne in der Front übriggeblieben sind, kann es vorkommen, dass der Halt der Prothese zu gering ist oder dass durch die Kaukräfte hinten im Mund laufend Druckstellen entstehen. Setzt man in einem solchen Fall hinten im Mund ein oder zwei kleine Implantate unter die Prothese, so kann deutlich mehr Stabilität erreicht und die lästigen Druckstellen können vermieden werden.

Die wichtigste Indikation für den Einsatz von Implantaten in Essen ist allerdings der zahnlose Unterkiefer. Hier dienen sie zum Befestigen der totalen Prothese, die ja gerade im Unterkiefer häufig sehr schlecht hält. Durch Implantate kann dem abgeholfen werden, die Prothese bleibt an ihrem Platz, und der Patient kann wieder kauen. Um die Prothese an den Implantaten zu befestigen, werden verschiedene Systeme verwendet.

  • Stegverbindung: Zwischen zwei oder mehr Implantaten wird ein goldener Stab (Steg) angebracht. In der Prothese befindet sich eine genau dazu passende Hülse, mit deren Hilfe die Prothese auf dem Stab einrastet. Sie wird unten näher beschrieben.
  • Druckknopfverbindung: Auf jedem Implantat sitzt ein kleiner runder Knopf: der Prothese befinden sich kleine Kunststoffringe, die sich über die Knöpfchen schieben und somit festklemmen.
  • Magnete: Auf die Implantate werden kleine flache Köpfchen geschraubt, und der Prothese sitzen kleine, aber sehr starke Magnete.

Das Anfertigen der Suprastruktur
Wir haben nach der Implantation eine oder mehrere künstliche Zahnwurzeln im Mund, worauf die Suprastruktur befestigt werden kann.
Dazu wird über die Köpfchen, die nach dem Freilegen im Mund sichtbar sind, mit einem Abdrucklöffel, der mit einer speziellen gummiartigen Masse gefüllt ist, ein Abdruck genommen. Nach ein paar Minuten ist die Abdruckmasse ausgehärtet; sie hat dann eine Konsistenz wie Gummi. Dieser Abdruck stellt nun eine genaue Wiedergabe der Situation des Kiefers (als Negativ) dar.

An der Stelle, wo sich im Mund die Implantate befinden, sind im Abdruck kleine Öffnungen zu sehen. In die Öffnungen werden vom Zahnarzt oder Zahntechniker kleine Hilfsteile, die sogenannten Technikimplantate, gesteckt.

Das zahntechnische Laboratorium füllt dann den Abdruck mit Gips aus und erhält so ein Modell mit den Technikimplantaten darin. Das Modell ist ein exaktes Duplikat der Situation im Mund. Darauf kann der Zahntechniker anschließend eine Brücke, einen Steg, eine Prothese oder eine andere Konstruktion herstellen. Die Technikimplantate haben dieselben Abmessungen und dasselbe Gewinde wie die wirklichen Implantate. Die Suprastruktur, die durch das zahntechnische Laboratorium angeliefert wird, passt also genauso wie auf dem Modell auch im Mund.

Um Zahnersatz zu konstruieren, gibt es eine Vielzahl verschiedener technischer Möglichkeiten. Wir beschränken uns hier auf die Besprechung des am häufigsten verwendeten Typs, der Stegverbindung.

Die im zahnlosen Unterkiefer meist verwendete Stegkonstruktion mit Überkappungsprothese bietet eine ganze Reihe von Vorteilen. Dazu gehören unter anderem die Stabilität, gute Kontrolle der Passform, die Möglichkeit, die Retention (den Halt der Prothese) individuell einzustellen. Vor allem aber bietet sie dem Patienten die besten Voraussetzungen, die Implantate sauber zuhalten.

Die zwei bzw. vier Implantate werden mit einem goldenen Stab untereinander verbunden. Dieser Stab wird auf den Implantaten festgeschraubt und kann später bei Kontrolluntersuchungen, zur Reinigung durch den Zahnarzt oder für eine eventuell nötige Behandlung, entfernt werden.

In der Prothese befindet sich eine spezielle Klammer (Matrize genannt), mit der die Prothese auf dem Stab festklemmt. Die Haltekraft der Matrize kann vom Zahnarzt eingestellt werden.

NIEMALS VERSUCHEN, SELBST ETWAS AN DER PROTHESE ZU VERÄNDERN.

Mit Implantaten ist Essen kein ProblemDie Prothese ist jetzt Mund fest und kann sich von selbst auch nicht lösen. Der Patient kann nun wieder normal lachen, sprechen und essen, ohne dass er Angst haben muss seine Prothese zu verlieren.
In den ersten Wochen wird regelmäßig kontrolliert, ob alles in Ordnung ist. Dabei wird vor allem auf

  • Druckstellen unter der Prothese,
  • den Biss (Kontakte zwischen oberen und unteren Zähnen) und auf
  • DIE MUNDHYGIENE geachtet.

Vor allem der letzte Punkt ist von großer Wichtigkeit, und der Zahnarzt wird dem Patienten zeigen, wie er die Implantate am besten sauber halten kann. Im nächsten Kapitel werden wir darauf noch näher eingehen.

Darüber hinaus muss ein Patient mit einer Überkappungsprothese noch das Herausnehmen und Wiedereinsetzen der Prothese üben. Nachdem es ein paar Mal geübt worden ist, geht es ohne Schwierigkeiten. Man sollte vermeiden, die Prothese halb einzusetzen und dann versuchen, sie durch Zubeißen an ihren Platz zu bring: Wenn die Prothese dann nicht hundertprozentig sitzt, kann sie sich sehr leicht verbiegen. Man sollte die Prothese also besser mit der Hand an ihren Platz bringen und gut festdrücken und braucht dann keine Angst zu haben, dass beim Einsetzen oder Herausnehmen etwas kaputt geht.

Prothese mit der Hand einsetzen und festdrückenDie Implantate sind sehr stabil, normales Essen ist wieder möglich und solange man die Prothese mit der Hand einsetzt, kann man so schnell auch nichts beschädigen. Es ist viel schädlicher, aus lauter Angst vor dem Herausnehmen der Prothese überhaupt nicht zu putzen.

KEINE ANGST haben, die Implantate beim Einsetzen
und Herausnehmen der Prothese zu beschädigen.

Sobald der Zahnarzt mit allem zufrieden ist, kann der Patient fürs erste aus der Behandlung entlassen werden, muss aber zukünftig mindestens zweimal jährlich (manchmal auch häufiger) zur Kontrolle zurückkommen.

  • Die verschiedenen Suprastrukturen haben verschiedene Vor- und Nachteile.
  • Keine Angst haben, die Implantate beim Einsetzen und Herausnehmen der Prothese zu beschädigen.
  • Die Anweisungen des Zahnarztes genau befolgen.


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