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Wie lange hält ein Implantat (Prognose)

Implantate sind in den letzten zwanzig Jahren ständig verbessert worden. Am Anfang war es eigentlich mehr ein Experimentieren mit dem Einverständnis des Patienten. Inzwischen sind Technik und Wissenschaft aber so weit fortgeschritten, dass auch in einer normalen Zahnarztpraxis vom entsprechend fortgebildeten Zahnarzt implantiert werden kann. Wir kennen unsere Möglichkeiten und Grenzen und können recht genau voraussagen, ob eine Behandlung mit Implantaten erfolgversprechend ist oder nicht.

Grundsätzlich wird kein Zahnarzt die Garantie abgeben können, dass eine Implantation erfolgreich ablaufen wird und dass die Implantate bis ans Lebensende halten werden. Zum einen kann bei keiner medizinischen Behandlung eine Garantie gegeben werden, da zu viele unbekannte Faktoren den Lauf der Dinge beeinflussen können. Die Wundheilung ist zum Beispiel von Patient zu Patient verschieden und kann auch durch eine plötzlich auftretende Krankheit negativ beeinflusst werden. Zum anderen können auch wenn das Implantat schon längst eingeheilt ist, noch unvorhergesehene Komplikationen auftreten. So kann denn auch von keinem Implantatsystem erwartet werden, dass es ein Leben lang hält. In der Zahnmedizin gehen wir momentan davon aus, dass ein Implantat mindestens zehn Jahre halten soll. Bei den modernen Implantaten, wenn sie gut gesetzt, regelmäßig kontrolliert und gut gepflegt werden, sind aber auch einige Jahre mehr keine Seltenheit.

Eine Gewährleistung kann seit 2009 mit Hilfe des "PerioType X-Pert"- Implantats gegeben werden. Dieses Implantat ist mit einem "Implantatschutzbrief" und einer 10 jährigen Garantie ausgestattet. Die Garantie greift nach einer 6-monatigen Wartezeit, die mit dem Einsetzen des Implantats beginnt.

Es drängt sich nun die Frage auf, warum ein Implantat dann nicht auch dreißig oder vierzig Jahre halten kann. Wir dürfen bei der Antwort nicht vergessen, dass es sich schließlich um einen Fremdkörper handelt, der sich im Kiefer befindet, wo er eigentlich nicht hingehört. Lebendes Gewebe kann sehr alt werden, da es ständig erneuert wird. Zellen teilen sich, und der Körper baut alte Zellen ab und ersetzt sie durch neue. Auch nach kurzer Krankheit oder bei einer Wunde wird der Körper alles wieder reparieren. Rund um Implantate sieht die Situation allerdings etwas anders aus. Das Gewebe umgibt hier ein körperfremdes Material. Dass der Körper dies toleriert ist schon mehr, als wir eigentlich erwarten dürfen. Tritt nun in der Umgebung des Implantats eine Wunde oder eine Krankheit (zum Beispiel eine Entzündung) auf, werden sowohl Zahnfleisch als auch Knochen dadurch in Mitleidenschaft gezogen. Sobald die Ursache beseitigt ist, werden die Gewebe wieder repariert. Dicht neben oder direkt am Implantat sieht die Sache allerdings anders aus; der Knochen, wenn er dort einmal verschwunden ist, wird nicht mehr zurückkommen. Die Gewebe im Mund führen eigentlich einen ständigen Kampf gegen kleine Entzündungen und Verletzungen. Das gilt natürlich auch für die Gewebe rund um die Implantate. Die Stelle, an der das Implantat durch das Zahnfleisch tritt, ist als eine kleine künstlich offen gehaltene Wunde anzusehen die leicht entzünden kann. Die Folge davon ist, dass sich der Knochen um das Implantat langsam zurückziehen kann. Das geht bei einem Patienten schneller, beim anderen etwas langsamer und wird z.B. durch die Mundhygiene und die Belastung der Implantate beeinflusst. An der Reaktion des Körpers auf das Implantat können wir nicht viel ändern. Wir können nur versuchen durch gute Mundhygiene das Risiko von Entzündungen möglichst klein zu halten.

Indem wir eine gute Brücke oder Prothese anfertigen und Implantate und Suprakonstruktion gut und regelmäßig reinigen, kann die Lebensdauer eines Implantats deutlich verlängert werden.

Vorsorgeuntersuchungen, mindestens zwei Mal pro Jahr, sorgen außerdem dafür, dass wir schnell eingreifen können, wenn etwas schiefzugehen droht. Und wenn es dann doch so weit gekommen ist, ist es wichtig, den richtigen Moment zu bestimmen, in dem das Implantat entfernt werden muss. Implantate, die eigentlich entfernt werden müssten, aber nicht entfernt werden, können im ganzen Körper und vor allem im Kiefer großen Schaden verursachen.

  • Die Lebensdauer eines Implantats ist abhängig von den Mundhygiene, regelmäßigen Kontrollen und der allgemeinen Gesundheit des Patienten.
  • Ein Implantat, das nicht mehr in Ordnung ist, kann den ganzen Organismus negativ beeinflussen und wird darum besser entfernt.

Nach dem Entfernen eines Implantats heilt der Kiefer genau so wie nach dem Ziehen eines ZahnesUnd was passiert, wenn ein Implantat entfernt werden muss?
Für viele Implantate wird früher oder später (nach zehn, fünfzehn oder noch mehr Jahren) der Moment kommen, dass sie entfernt werden müssen.

Wenn der Zeitpunkt der Explantation, so wird das Entfernen eines Implantats genannt, durch den kontrollierenden Zahnarzt richtig festgelegt wird, dann wird der dadurch entstehende Schaden am Kiefer auf ein kleines Loch beschränkt bleiben. Dieses ist in der Größe vergleichbar mit der Alveole, die nach dem Ziehen eines Zahnes zurückbleibt und heilt auch auf die gleiche Art.
Es wächst mit Knochen zu und der Kiefer wird wieder massiv.
Wie der Kiefer danach im Einzelnen aussieht und wie Form und Halt der neuen Prothese sein werden, ist schwer zu sagen.

In den meisten Fällen wird die neue Situation (ohne Implantate) aber natürlich nicht so komfortabel sein wie vorher mit Implantaten. Dann stellt sich die Frage, ob und wann wieder implantiert werden kann. Soll nach Möglichkeit an derselben Stelle wieder implantiert werden, so werden wir abwarten müssen bis der Kiefer ganz verheilt ist, um die neue Situation richtig beurteilen zu können. Man muss sich dann aufs neue Fragen stellen nach ausreichendem Knochenangebot, und ob der Knochen noch geeignet ist, um darin zu implantieren. Eine gute Beurteilung des Knochens sowie erneutes Implantieren sind erst nach einem Jahr (allerfrühestens neun Monate) möglich. Soviel Zeit braucht der Knochen, um so gut zu verheilen, dass er wieder als Fundament für ein Implantat dienen kann. Zu früh wieder zu implantieren, verschlechtert die Erfolgsaussichten einer Behandlung erheblich und kommt darum nicht in Frage. Ist das Knochenfundament aber komplett verheilt und für Implantate für geeignet befunden, gibt es keinen Grund, weshalb nicht noch einmal eine zweite Implantation folgen sollte. In manchen Fällen besteht die Möglichkeit, direkt nach dem Explantieren an einer anderen Stelle neue Implantate zu setzen. Allerdings ist das nur in den wenigsten Fällen möglich, da die ersten Implantate eigentlich schon an dem am besten geeigneten Platz gestanden haben sollten, der dann auch für neue Implantate wieder gebraucht werden sollte.



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